Dieses Jahr fiel die Wahl unseres Urlaubsziels auf die Azoren. Mmhh, ok dachte ich, mitten im Atlantik gelegen, auf jeden Fall genug Wasser vorhanden, schon mal nicht schlecht. Ein paar Wochen vor Reisebeginn fing ich dann an mich genauer mit der Vorbereitung zu befassen. Zuerst, Zeitplan aufstellen! Nach harten Verhandlungen mit der Chefin stand fest, 2 von 10 Tagen würde ich mich ausgiebig der Erkundung eines, wie sich herausstellen sollte, traumhaften Reviers beschäftigen. Gesagt, getan…..

Auf den Azoren angeln – Das Revier

Die Azoren sind eine Inselgruppe mitten im Atlantik, gehören aber zu Portugal und damit zu Europa. Nährstoffreiches Wasser drängt hier an die Oberfläche, was dazu führt, dass unter der Oberfläche eine sehr große Artenvielfalt anzutreffen ist. Angefangen bei Meeräschen und Papageifischen, über Makrelen und Bonitos, bis hin zu Thun-, Schwert- und Segelfischen.
Das führt dazu, dass die Einheimischen (Angeln ist hier Volkssport Nr. 1) fast ausschließlich im Meer fischen. Obwohl das Inland hier auch allerhand zu bieten hat. Ich kann hier allerdings nur von der Hauptinsel Sao Miguel berichten. Hier gibt es neben ein paar kleineren Bachläufen eine Vielzahl von Seen, die unterschiedlich besetzt sind. Der Lagoa Verde (der grüne See) und der Lagoa Azul (der Blaue See) sind miteinander verbunden und bilden zusammen das größte Süßwasserreservoir der Insel.

Vorhandene Fischarten sind: Rotauge, Karpfen, Barsch, Hecht und Zander. Hecht und Karpfen sind reichlich und in teils stattlicher Größe vorhanden. Vor allem aber zeichnen sich diese beiden Seen durch ihren hervorragenden Barschbestand aus. Fische von 40+ sind an der Tagesordnung und Traumfische von 50+ jeder Zeit möglich. Ansonsten ist noch der Lagoa de Fogo (See des Feuers) zu erwähnen. Dieser hochgelegene, oft im Nebel versunkene Kratersee beherbergt neben Schwarzbarschen auch eigens auf den Azoren gezüchtete Regenbogenforellen. Diese werden auch in den wilden Bachläufen ausgesetzt, die zum Spinn- und Fliegenangeln einladen.

Tag 1
Am ersten Angeltag auf den Azoren ging es für mich an den Lagoa Verde. Schon von Weitem sah man den Krater in den Wolken hängen und auf dem Weg nach oben ging die Sichtweite gegen Null. Eine gespenstische Stimmung lag über dem See und der Wind frischte merklich auf. Ich fuhr auf der südwestlichen Seite entlang und versuchte mein Glück ganz am Ende der Straße, wo der Wanderweg hinauf in den Wald führte. Starker Gegenwind machte das Fischen nicht gerade einfach, aber am 0,08 mm Geflecht und mit 10g schweren Köpfen gelang es mir doch die kleinen Gummis auf Weite und über die Kante zu bringen. Den Kontakt zum Köder zu halten gestaltete sich allerdings schwierig und erst nach einigen Fehlbissen konnte ich den ersten schönen Barsch verhaften. Der Wind nahm stetig zu und machte ein Fischen mit kleinen Ködern bald unmöglich. Also montierte ich einen Hechtwobbler und wechselte in einen etwas geschützteren Bereich. Gleich beim ersten Wurf, in einer kleinen Bucht, kam der Einschlag und nach kurzem Drill konnte ich meinen ersten Azoren Hecht landen. Mit 68 cm kein Riese, aber immerhin nach kurzer Zeit der zweite Fisch. Das sollte es dann für den ersten Tag auch gewesen sein und ich trat zufrieden den Heimweg an.


Tag 2
Am zweiten Tag machte ich mich wieder auf den Weg. Das Wetter war wesentlich besser. Die Sonne schien und ließ die beiden Seen in den kräftigen Blau-und Grüntönen leuchten, die ihnen einst ihre Namen eintrugen. Ich wollte zuerst den Lagoa Azul ein wenig erkunden, musste allerdings schnell feststellen, dass die Kante hier erst weiter draußen abfällt und sich das Fischen vom Ufer aus daher schwierig gestaltete.
Hier wäre ein Boot definitiv von Vorteil gewesen. Also wechselte ich wieder an den Lagoa Verde. Aber auch hier waren die Erfolge zunächst überschaubar. Beide Seen haben sehr klares Wasser und die Sonne ließ die Fische offensichtlich tief stehen. Ich entschied mich, erst einmal eine Pause einzulegen und im Teahouse in SeteCidades etwas zu essen.

Gegen Abend setzte ich frisch gestärkt meine Tour fort. Ich suchte die Seite auf, an der die Kraterwand zuerst ihre Schatten über den See werfen würde und begann wieder mit den kleinen Gummis die Kanten abzufischen.
Mit der sinkenden Sonne wurden die Fische deutlich aktiver und so konnte ich schon bald zwei schöne Barsche landen, die mich zum Abendessen begleiten durften. Im Flachwasser ging jetzt richtig die Post ab, überall klatschte und platschte es. Also wechselte ich noch einmal den Platz um eine kleine Bucht abzufischen. Schon nach ein paar Würfen gab es einen heftigen Einschlag und ich merkte sofort das hier ein besserer Fisch eingestiegen war. Kurze Zeit später konnte ich einen wunderschönen Barsch von 43 cm landen, ein wirklich gelungener Abschluss!



Fischen im Meer
Zuerst kurz ein paar Worte zum Fischen vom Ufer aus. Die Azoren sind Vulkaninseln, die Küstenlinie ist dementsprechend zerklüftet und an vielen Stellen sind die Klippen sehr hoch. Es gibt dennoch ein paar Stellen, wo die Felsen flach genug sind, um von dort aus zu Angeln. Hier ist allerdings Vorsicht geboten! Das Meer ist tückisch und jedes Jahr verunglücken Angler, weil sie zum Beispiel von großen Wellen ins Meer gerissen werden!
In den Häfen, an denen man gut ans Wasser kommt, ist es schon etwas weniger gefährlich. Dort versuchte ich dann auch mit einem Mefo-Blinker eine Makrele oder etwas ähnliches zu überlisten, leider erfolglos…
Später beim Schnorcheln konnte ich nah an den Klippen Papageienfische und stattliche Meeräschen beobachten. Letztere treiben auch überall in den Häfen ihr Unwesen. Ein Versuch mit Naturködern wäre hier wahrscheinlich erfolgversprechender gewesen. Ansonsten gibt es allerhand Anbieter für Big Game Chartertouren. Das Revier beherbergt mehrere Thunfischarten, Schwertfische, Goldmakrelen und vieles mehr. Da dies aber kein reiner Angelurlaub werden sollte, musste ich eine solche Tour auf’s nächste Mal vertagen.

Resümee
Die Azoren sind nicht nur für Angler auf jeden Fall eine Reise wert. Ein wirklich traumhaftes und sehr abwechslungsreiches Revier. Auch abseits vom Wasser gibt es viel zu entdecken. Azoren Angeln und Familie – das passt!

Anmerkung
An dieser Stelle möchte wir uns recht herzlich bei Hannes dafür bedanken, dass er seine Urlaubserlebnisse mit uns geteilt hat!
Du möchtest uns auch deine Reviere oder Angelurlaube teilen? Kein Problem! Schick uns eine Mail oder schreib uns bei Facebook.
Wir freuen uns von Dir zu hören!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Bitte füllen Sie dieses Feld aus
Bitte füllen Sie dieses Feld aus
Bitte gib eine gültige E-Mail-Adresse ein.
Sie müssen den Bedingungen zustimmen, um fortzufahren

Menü